Von der Bahnlinie zum Küstenradweg

Der klassische Parco Costiero della Riviera dei Fiori folgt auf 24 Kilometern der früheren Bahnlinie zwischen Ospedaletti und San Lorenzo al Mare. Die Strecke wurde von 1872 bis 2001 von Zügen genutzt; seit der Umgestaltung gehört sie Radfahrenden, Spaziergängern und anderen Formen sanfter Mobilität.

Der Reiz liegt im Wechsel: Tunnel, offene Meerblicke, kleine Häfen, Strände und Orte liegen direkt an der Strecke. Weil eine Bahntrasse nur geringe Steigungen verträgt, fährt sich der historische Kern deutlich entspannter als viele Straßen im hügeligen Hinterland.

Was seit Juni 2026 neu ist

Die bekannte Bahntrasse ist heute Teil eines größeren Netzes. Mit der Eröffnung der 1,7 Kilometer langen IM-Compiuta zwischen Imperia und Diano Marina meldete die Region Ligurien im Juni 2026 rund 45 nutzbare Kilometer zwischen Ospedaletti und Andora.

Nicht jeder Kilometer dieses erweiterten Korridors entspricht dem Charakter der ursprünglichen 24-Kilometer-Bahntrasse. Wenn du die klassische, leicht nachvollziehbare Genusstour suchst, orientierst du dich weiterhin am Abschnitt Ospedaletti–San Lorenzo. Für längere Touren prüfst du vorab die aktuelle offizielle Karte, Übergänge und eventuelle Umleitungen.

Die klassische Route im Überblick

Von San Lorenzo al Mare geht es über Santo Stefano al Mare und Riva Ligure nach Arma di Taggia. Danach folgt Bussana, bevor die Strecke Sanremo durchquert und Ospedaletti erreicht. Natürlich funktioniert die Route ebenso gut in umgekehrter Richtung.

Für einen entspannten Urlaubstag musst du nicht die komplette Strecke hin und zurück fahren. Wähle eine Teilstrecke, kehre am vorher festgelegten Punkt um oder kläre mit dem Verleih, ob eine Rückgabe an einem anderen Standort tatsächlich angeboten wird.

  • Historischer Kern: etwa 24 km pro Richtung
  • Orte: Ospedaletti, Sanremo, Arma di Taggia, Riva Ligure, Santo Stefano und San Lorenzo
  • Überwiegend geringe Steigungen durch die frühere Bahntrassierung
  • Zahlreiche Zugänge ermöglichen kürzere Teilstrecken

Die schönste Genussetappe für Einsteiger

Als unkomplizierte Variante eignet sich eine Strecke rund um Sanremo, Bussana und Arma di Taggia. Sie verbindet freie Meerblicke mit städtischen Abschnitten und lässt sich gut mit einer Café- oder Strandpause kombinieren.

Wer ruhiger fahren möchte, startet früh am Vormittag oder außerhalb der Hauptferienzeiten. An sonnigen Wochenenden teilen sich viele Menschen den Weg. Fahre vorausschauend, kündige Überholmanöver rechtzeitig an und passe das Tempo an Fußgänger und Familien an.

Sanremo aus der Fahrradperspektive

In Sanremo führt die Trasse nah an der Promenade Lungomare Imperatrice, dem Casino, dem Hafen und bekannten Stadtbereichen vorbei. Dadurch lässt sich das Fahrrad als Verkehrsmittel für einen Stadttag nutzen und nicht nur als Sportgerät.

Schließe das Rad ausschließlich an dafür geeigneten Stellen an und erkundige dich beim Verleih nach Schloss und Rückgabe. Für einen längeren Altstadtbesuch ist ein bewachter oder ausdrücklich empfohlener Abstellpunkt die bessere Wahl.

Tunnel, Licht und Temperatur

Die ehemaligen Bahntunnel machen die Route besonders. Selbst an warmen Tagen kann es darin spürbar kühler sein. Eine leichte Schicht im Gepäck ist angenehm, vor allem wenn du langsam fährst oder längere Pausen einlegst.

Auch bei vorhandener Beleuchtung lohnt sich ein funktionierendes Fahrradlicht. Nimm die Sonnenbrille vor dunkleren Passagen ab, halte Abstand und bleibe auf deiner Spur. Nach dem Tunnelausgang kann das Sonnenlicht zunächst stark blenden.

Normales Fahrrad oder E-Bike?

Für die klassische Bahntrasse reicht bei durchschnittlicher Fitness ein gut gewartetes City- oder Trekkingrad. Ein E-Bike hilft, wenn du die längeren neuen Verbindungen einbeziehst, mit Gegenwind rechnest oder gemeinsam mit unterschiedlich trainierten Personen fährst.

Wichtiger als der Antrieb sind passende Rahmengröße, funktionierende Bremsen und ein verständlicher Mietvertrag. Prüfe vor der Abfahrt Reifen, Licht, Schloss und die Unterstützung des E-Bikes. Fotografiere vorhandene Schäden direkt beim Verleih.

Anreise mit dem Auto und Fahrradverleih

Wenn du mit dem Auto anreist, wählst du den Einstieg nach Unterkunft und gewünschter Etappe. Erkundige dich vorab nach legalen Parkmöglichkeiten und lasse keine Wertsachen sichtbar im Wagen. In Sanremo kann eine Garage entspannter sein als die spontane Suche in Küstennähe.

Entlang der Strecke gibt es Verleihangebote, doch Öffnungszeiten, Fahrzeugbestand, Reservierung und Rückgaberegeln sind nicht überall gleich. Buche in der Hauptsaison rechtzeitig und lasse dir bestätigen, ob Zubehör, Pannenhilfe oder eine Rückgabe an einem zweiten Standort enthalten sind.

Die praktische Packliste für den Radtag

Der Radweg ist leicht zugänglich, aber ein ganzer Tag am Meer verlangt trotzdem Vorbereitung. Wasser und Sonnenschutz sind wichtiger als sportliche Spezialausrüstung. Ein Helm ist auch für eine gemütliche Tour sinnvoll.

Kontrolliere am Morgen Wetter, Wind und eventuelle Streckenhinweise. Plane genug Reserve für Pausen und die Rückfahrt ein – der schönste Radtag endet nicht mit einem hektischen Sprint zum Verleih.

  • Helm, Sonnenbrille und Sonnenschutz
  • Wasser sowie ein kleiner Snack
  • Leichte Wind- oder Regenjacke
  • Fahrradlicht und Schloss prüfen
  • Offline-Karte und Kontaktdaten des Verleihs speichern

Für wen sich die Tour besonders lohnt

Die Cycling Riviera passt zu Genussradlern, Paaren und Familien, die das Meer erleben möchten, ohne eine sportliche Bergetappe zu planen. Auch als bewusster autofreier Tag innerhalb eines Westligurien-Roadtrips funktioniert sie hervorragend.

Wähle die Distanz nicht nach einer Rekordzahl, sondern nach deinen Pausenwünschen. Wer in Sanremo, Santo Stefano oder am Strand anhält, erlebt mehr von der Riviera als jemand, der ausschließlich Kilometer sammelt.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Hinweis

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