Warum das Auto im Ligurischen Westen sinnvoll ist

An der Küste liegen Imperia und Sanremo zwar an der Bahnstrecke, doch viele der schönsten Dörfer verstecken sich in den Tälern dahinter. Für Badalucco, Triora, Dolceacqua oder Apricale gibt dir ein Auto deutlich mehr Freiheit und macht spontane Kombinationen möglich.

In den Städten selbst bleibt das Auto am besten stehen. Historische Zentren bestehen aus schmalen Gassen, Treppen und verkehrsbeschränkten Bereichen. Nutze den Wagen für den Weg zwischen den Orten, parke außerhalb der Altstadt und erkunde die Ziele zu Fuß.

Die beste Aufteilung: zwei Standorte für sieben Tage

Für die ersten drei Nächte eignet sich Imperia oder der Golf von Diano. Danach wechselst du für vier Nächte nach Sanremo, Arma di Taggia oder Ospedaletti. So werden die Fahrtage kurz, und du musst den Koffer nur einmal neu packen.

Achte bei der Unterkunft ausdrücklich auf einen reservierbaren Stellplatz. Ein scheinbar günstiges Zimmer mitten im historischen Zentrum kann unpraktisch werden, wenn du täglich lange nach einem legalen Parkplatz suchen musst.

  • Nächte 1–3: Imperia, Diano Marina oder Umgebung
  • Nächte 4–7: Sanremo, Arma di Taggia oder Ospedaletti
  • Unterkunft mit bestätigtem Parkplatz bevorzugen
  • Altstädte zu Fuß und nicht mit dem Auto erkunden

Tag 1: Imperia und seine zwei Herzen

Imperia entstand aus Oneglia und Porto Maurizio – und bis heute fühlen sich beide Stadtteile unterschiedlich an. Beginne in Oneglia an der Calata Cuneo mit den farbigen Häusern am Hafen und wechsle später nach Porto Maurizio.

Dort führt der Weg hinauf auf den Parasio. Von den Loggien von Santa Chiara blickst du über Dächer und Meer. Plane für diesen ersten Tag keine langen Autofahrten; ein ausgedehnter Spaziergang und ein Abendessen am Wasser reichen als Auftakt.

Tag 2: Villa Grock, Olivenkultur und Küstenabend

Die fantasievolle Villa Grock mit ihrem parkartigen Garten zeigt eine unerwartete Seite Imperias. Da Öffnungstage und Zeitfenster wechseln können, prüfst du den aktuellen Besuchsbetrieb vorab und reservierst bei Bedarf.

Anschließend passt ein Schwerpunkt rund um die Oliva Taggiasca: Museum, Frantoio oder ein ruhiges Mittagessen mit regionalem Öl. Den späten Nachmittag hältst du für Borgo Prino oder einen Spaziergang an der Küste frei.

Tag 3: Dolcedo, Cervo oder ein Badetag

Heute entscheidest du nach Wetter und Energie. Dolcedo liegt im grünen Val Prino zwischen Olivenhainen und ist ideal für einen langsamen Vormittag. Cervo bietet dagegen einen mittelalterlichen Ortskern hoch über dem Meer.

Beide Ziele lassen sich mit einem Badestopp verbinden, ohne daraus eine Rundfahrt mit zu vielen Stationen zu machen. Wähle einen Ort als Hauptziel und den Strand als flexible Zugabe.

Tag 4: Sanremo jenseits des Festivals

Nach dem Standortwechsel bleibt das Auto am Hotel oder in einer Parkgarage. Starte in La Pigna, der Altstadt Sanremos, und steige durch die verwinkelten Gassen bis zu den Giardini Regina Elena und zur Madonna della Costa hinauf.

Danach bildet die elegante Seite der Stadt den Kontrast: Corso Imperatrice, Palmen, Hafen und die bekannten Kulturorte rund um das Zentrum. Öffnungszeiten und Veranstaltungen prüfst du aktuell; die Stadt selbst funktioniert auch ohne festes Besichtigungsprogramm.

Tag 5: Bussana Vecchia, Taggia und Meer

Bussana Vecchia wurde nach dem Erdbeben von 1887 verlassen und später von Kunstschaffenden wiederentdeckt. Du parkst unterhalb beziehungsweise am ausgewiesenen Zugang und gehst das letzte Stück zu Fuß. Rücksicht ist wichtig: Der Ort ist keine Kulisse, sondern ein bewohnter und sensibler Lebensraum.

Als zweite Station eignet sich Taggia mit historischem Zentrum oder Arma di Taggia für eine Pause am Meer. Zwei Ziele genügen – gerade im Sommer kosten Parkplatzsuche und Hitze mehr Zeit als die Karte vermuten lässt.

Tag 6: Durch die Valle Argentina nach Triora

Von Arma di Taggia führt die Straße durch die Valle Argentina über Badalucco und Molini di Triora hinauf nach Triora. Die Strecke ist landschaftlich reizvoll, aber kurvenreich. Beginne früh, fahre defensiv und plane nicht nach einer optimistischen Minutenangabe.

Badalucco verbindet mittelalterliche Gassen, Kunst und Olivenöl. Triora ist für seine Geschichte rund um die Hexenprozesse des 16. Jahrhunderts bekannt. Wer beide Orte besucht, lässt weitere Abstecher bewusst weg und fährt vor Einbruch der Dunkelheit zurück.

Tag 7: Dolceacqua und Apricale

Zum Abschluss führt die Route in die Val Nervia. Dolceacqua ist für die historische Brücke, den dicht gebauten Ortskern und das Castello dei Doria bekannt. Apricale liegt weiter im Hinterland und wirkt wie ein steinernes Amphitheater am Hang.

Starte mit Dolceacqua und entscheide erst nach dem Mittag, ob du Apricale ergänzt. Bei großem Andrang oder Hitze ist Bordighera am Meer eine entspannte Alternative. So bleibt der letzte Tag flexibel statt überladen.

Autofahren und Parken ohne unnötigen Stress

Die A10 ist die schnelle Ost-West-Verbindung, während die Küstenstraße mehr Zeit und Aufmerksamkeit verlangt. Maut, aktuelle Baustellen und Verkehrslage prüfst du vor längeren Etappen. In den Tälern werden Straßen schmaler und unübersichtlicher; rechne mit Gegenverkehr und fahre vorausschauend.

Achte auf ZTL-Schilder und lokale Parkregeln. Die Kennzeichnung und Zufahrtszeiten können sich ändern. Navigations-Apps ersetzen nicht die Beschilderung vor Ort. Lasse keine sichtbaren Wertsachen im Fahrzeug und fotografiere bei unübersichtlichen Anlagen den Stellplatz.

  • ZTL und Parkregelung vor der Einfahrt prüfen
  • Für Bergdörfer kleine Zeitpuffer einplanen
  • Nicht jedem Routenvorschlag durch engste Gassen folgen
  • Wertgegenstände aus dem Fahrzeug mitnehmen
  • Für Sanremo und Imperia nach Möglichkeit eine Garage nutzen

Ein autofreier Tag gehört trotzdem dazu

Der Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke ist der ideale Gegenpol zum Roadtrip. Du lässt das Auto an der Unterkunft oder an einem geeigneten Zugang stehen und erlebst die Küste für einige Stunden ohne Parkplatzsuche und Ortsverkehr.

Für die klassische Strecke und die 2026 erweiterten Abschnitte gibt es einen eigenen ausführlichen Beitrag im Magazin. Prüfe vor der Tour den aktuellen Streckenstatus und die Bedingungen des gewählten Fahrradverleihs.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Hinweis

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